erwin-jugel-verlag
  Sonstige berufliche Aktivitäten
 
Seit April 2014 teste ich Filme im Kino Arsenal.
Der erste Film hieß "vergiss mein ich" mit Maria Schrader. Lena (Maria Schrader) verliert durch eine Enzephalitis ihr biographisches Gedächtnis. Sie ist zwar noch der Sprache mächtig, versteht aber die Bedeutung von Worten wie Liebe oder Wut nicht mehr. Sie muß sich "neu erfinden". Dabei hilft ihr Gatte Tore. Geduldig stellt er seiner Frau die Lena vor, die er erlebt hat und sorgt so dafür, dass sie sich selbst (wieder) kennen lernt.
Wegen seiner medizinischen Problematik (Abgrenzung von einer Demenz oder einer Psychose) ist dieser Film hochgradig aktuell.
In dem 2.Film, den ich 4 Wochen auf französisch gesehen habe (2 automnes - 3 hivers) kommen auch verschiedene Momente zur Sprache. Der Hauptakteur, der eine Frau vor einer Vergewaltigung schützen will, erhält einen Messerstich in den Bauch und überlebt mit knapper Not im Krankenhaus. Aufgrund der hohen Morphindosen bekommt er ein Dissoziationserlebnis und trifft im Himmel seinen an Bronchialkarzinom verstorbenen Vater. Auch sein Freund springt dem Tod von der Schippe, als er einen schweren Schlaganfall mit Halbseitenlähmung übersteht und sich bei der Nachbehandlung in eine Logopädin verliebt. Im gemeinsamen Urlaub der 4 kommt es dann zur Trennung des ersten Paares. Sie treibt ab und bekommt furchtbare Schuldgefühle.
Den dritten Film sah ich am 4.6.14. Es war ein norwegischer Film mit deutschen Untertiteln: "Jag etter vind" nach Kohelet 1,17d "Haschen nach dem Wind"   רעיון רוח . Die Handlung spielt in einer einsamen Gegend auf den Lofoten im Sommer. Die Darsteller gehen bei Tageslicht zu Bett. Der Großvater ist besonders gut gespielt. Er ist eigensinnig und verbittert nach dem Tod seiner Frau. Seine Enkelin besucht ihn. Sie hat ihre Eltern schon mit 3 Jahren bei einem Bootsunfall verloren. Der Großvater will sie erst nicht aufnehmen. Sie hat einen Freund mit deutschen Wurzeln. Das schätzt der Großvater, was für Norweger untypisch ist. Ein ehemaliger Freund soll einen Sarg für die Großmutter bauen. Daran nörgelt er herum. Seine Frau hat ihn schon vor 3 Jahren verlassen, weil er nicht mit ihr gesprochen hat. Es wird der Ort gezeigt: Werkstatt des ehemaligen Freundes, Felder, Hafen, Supermarkt, Friedhof und Kirche. Die Enkelin verliebt sich erneut in ihren ehemaligen Freund, der seine Frau verloren hat. Ihr jetziger Freund kommt, um sie zu besuchen und reist verbittert wieder ab. Zum Schluß stirbt auch noch der Großvater.
Den vierten Film gab es am 2.7.14, die englisch-französisch-irische Koproduktion "Jimmy's Hall", beruhend auf einer authentischen Begebenheit Anfang der Dreißiger Jahre in Irland. Barry Ward spielt Jim Gralton (1886-1945), der wegen seines sozialen Engagements des Landes verwiesen wurde und 1945 in New York verstarb. Der Film lief in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln. Gälisch wurde nur gesungen, aber nicht gespielt. Der Film zeigt die schlechte soziale Lage im unabhängigen Irland, die Dominanz und Rückständigkeit der Katholischen Kirche und die Willkür der Behörden.
Den fünften Film sah ich am 23.7.14, I origins. Es ist ein Science-Fiction-Film in englischer Sprache ohne Untertitel. Es geht um das Aufsuchen eines Menschen mit gleicher Iris-Beschaffenheit, was bisher nicht gelungen ist. Dem Forscher gelingt dies in Indien.
Den sechsten Film sah ich am 30.7.14: Schönefelder Allee. Der Film spielt im Lokalkolorit des Speckgürtels mit einem Touch DDR und einem Touch Neue Bundesländer. Es ist erstaunlich, wie sehr sich Formen, Sprache, Wohnungseinrichtung und die gesamte Umgebung von hier unterscheiden. Eine Schülerin der Oberstufe zwischen 3 Männern. Der Jugendfreund geht nach Afghanistan und wird dort vollkommen versaut. Die Schülerin lernt einen finnischen Ingenieur in mittleren Jahren kennen, der am neuen Flughafen Berlin-Brandenburg arbeitet. Das wird jedoch vom Vater hintertrieben. Der nächste Freund ist ein koreanischer Softwareentwickler, der ebenfalls an dem neuen Flughafen arbeitet. Mit ihm macht sie den Abiball. Er wird von der Familie akzeptiert, obwohl er ein "Schlitzauge" ist, aber doch "ganz manierlich aussieht." Der verzweifelte Jugendfreund Danny bringt sich mit dem Wagen  seines Vaters um.
Den siebten Film sah ich am 15.4.2015: A Blast (= Ausbruch) in neugriechischer Sprache von Syllas Tzoumerkas. Der Film aus dem Jahr 2015 zeigt ein Liebesdrama vor dem Hintergrund der Griechenlandkrise, wobei zusätzlich noch eine homoerotische Komponente mitspielt. Der Film konterkariert die üblich Polarisierung der Menschen homosexuell-heterosexuell wie schon der französische Film "L'arbre et la forêt", wobei er ein Milieu mit gehobenem wirtschaftlichen Niveau zeigt und auch gewisse Stereotype über Griechen und über Seeleute bedient. Die dargestellten erotischen Szenen sind sehr freizügig. Das Griechisch ist bei altgriechischem Hintergrund relativ schwer zu verstehen. Deutsche Untertitel sind hilfreich.
Als achten Film sah ich am 29.4.15 den österreichischen Film "High Performance". Das immerwährende Thema der ungleichen Brüder wurde auf österreichische Art gelöst. Am Ende des Filmes waren alle Akteure zufrieden.
Als neunten Film sah ich am 12.5.15 wiederum einen österreichischen Film mit dem Titel "Bad Luck". Es ist interessant, das Wiederauftreten der Dialekte im Film zu beobachten. Da wird eine Tendenz rückgängig gemacht, die seit 1945 zu einem Dominieren der hochdeutschen Sprache im deutschen Sprachgebiet geführt hatte. So lernte ich den Ausdruck "Pfirti" für "Tschüs", was soviel wie "B'hüt di Gott" bedeutet. Diese Kriminalposse hatte einige gekünstelte, eher unrealistische Stellen. Der Film war dennoch amüsant anzuschauen.
Den zehnten Film sah ich am 30.9.15. Es war zugleich mein erster Film in polnischer Sprache. Der Titel lautet "Die Hälfte der Stadt" und spielt in Kozienice, einer Kleinstadt in Russisch Polen nahe der Weichsel. Hier lebten im Zarenreich Russen, Deutsche, Juden und Polen friedlich miteinander. In den Wirren des Ersten Weltkrieges bewahrte der jüdische Fotograf einen Deutschen seine Bibel, während dieser nach Rußland verschleppt wurde. Zwischen den Kriegen wurde die deutsche Bevölkerung von den Polen drangsaliert. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die jüdische und polnische Bevölkerung von den Deutschen drangsaliert. Das Bildarchiv des Fotografen überlebte wie durch ein Wunder in einem Kellerraum und bildet die Rahmenhandlung für den Film, der in verschiedenen Zeiten bis hin zur Gegenwart spielt, in dem sich Zeichentrickszenen und Farbfilm, Fotos und bewegte Bilder einander abwechseln. Das ursprüngliche multikulturelle Kozienice existiert nicht mehr. Es gibt nur noch eine polnische Bevölkerung. Eine 1000 Jahre alte jüdische Kultur wurde vernichtet. Diese Juden kamen ursprünglich aus Mitteleuropa nach Polen. In ihrer Sprache heißt "polin" "ihr werdet Ruhe finden..." Jüdische Exulanten und polnische Überlebende kommen zu Wort. Der Filmtitel "Die Hälfte der Stadt" deutet darauf hin, daß die Hälfte der ursprünglichen Bevölkerung emigriert ist oder umgebracht worden ist.
Als elften Film sah ich am 12.10.15 den japanischen Film "Unsere kleine Schwester". Es war interessant zu sehen, welche idyllischen kleinen Ort auf dem Land am Meer es in Japan gibt. Man könnte Lust bekommen, dort seinen Urlaub zu verbringen. Der in blassen Farben gehaltene Film zeigt die postmoderne japanische Gesellschaft mit seinen individuellen Lebensformen. Das 14-jährige Mädchen der 2.Frau eines gerade verstorbenen Mannes wird von den 3 Töchtern der ersten Frau, die noch lebt, aufgenommen. So kommt es zwangsläufig zu Konflikten mit der ersten Frau.
Als zwölften Film sah ich am 19.10.15 den griechischen Film "Riverbanks". Gemeint sind dabei die Flußbänke des Fluß Euros auf griechischer und türkischer Seite. Flüchtlinge versuchten herüberzukommen. Die griechische Seite war seit dem Zypernkonflikt von 1974 vermint. Die Minenräumung durch das Militär war noch nicht abgeschlossen. Immer wieder traten Flüchtlinge auf die Minen. Der in neugriechischer Sprache gestaltete Film zeigte in dramatischer Form die vielen Fallstricke und Komplikationen der Massenflucht aus dem Orient. Ich konnte relativ viel verstehen und hatte außerdem noch die Untertitel.

Versuchspersonenstunden
Schon seit Jahren nehme ich an klinischen Studien und an Versuchspersonenstunden nahezu aller Institute teil.
Häufig finden Kernspinuntersuchungen des Schädel statt, die als Referenzuntersuchungen zur Auffindung des Morbus Parkinson dienen. Hierbei wurde auch eine Falxverkalkung entdeckt.
Interessant war auch die Kehlkopfspiegelung mit einem starren Endoskop. Dies ist aber in der Praxis mittlerweile durch ein flexibles Fiberglasendoskop ersetzt worden, welches transnasal eingeführt wird. Auf dem Bildschirm kann man die Untersuchung verfolgen und dabei sprechen und auf diese Weise die Bewegung der Stimmbänder verfolgen. So hat die Untersuchung einen gewissen Unterhaltungswert.
Der behandlungsbedürftige Hochdruck wurde in einer 24-Stunden-Messung durch eine Medizinstudentin entdeckt.
Ebenfalls wurde der noch nicht behandlungsbedürftige Diabetes mellitus im statu nascendi im Rahmen einer Studien entdeckt.
Einen unschätzbaren Wert stellen die vielen Laboruntersuchungen, EKGs und Belastungs-EKGs sowie die Sonographien und Kernspinuntersuchungen dar, die im Rahmen dieser Studien gemacht werden.
An einer Studie zum Morbus Parkinson konnte ich 2014 nicht teilnehmen, weil ich mit durchschnittlich 80 % so gut rieche, daß ich für diese Studie nicht in Betracht komme.
Auch EEGs werden häufig gemacht, sowie in früheren Jahren auch ein zerebrales Computertomogramm.
Bei den vielen ophthalmologischen Studien fällt dann auch der Augenhintergrund mit einer Digitalkamera fotografiert für mich ab.
Die vielen psychologischen Tests führen schließlich zu einer Steigerung des Reaktions- und Konzentrationsvermögens sowie des Gedächtnisses.
Die im Rahmen der verschiedenen diabetologischen Studien (Nupredem, Tulip, Fettleber, DDP) durchgeführten Messungen mit einem Bewegungszähler ergaben über ein Jahr durchschnittlich 13 km Wegstrecke pro Tag, die beibe-
halten wurde. Hierdurch wurde eine weitgehende Regularisierung des Fettstoffwechsels erreicht. Unterstützend wirkten die regelmäßigen Diätberatungen. Die Wegstrecke wurde beibehalten, da der Job des Zeitungsaustragens dies garantiert.
Die klinischen Untersuchungen erfolgen durch Medizinstudenten im Rahmen des klinischen Untersuchungskurses als Schauspielpatient. So wurde ich im Sommersemester 2014 an 2 Untersuchungstagen je 4 mal komplett körperlich untersucht. Im Wintersemester 2014/2015 habe ich sogar 4 Untersuchungstage, so daß insgesamt 16 komplette körperliche Untersuchungen anfallen. Hier gilt der Satz, daß ein gesunder Mensch ein Mensch ist, der noch nicht richtig untersucht worden ist.

Mesnerdienste
Im Rahmen der vom Oberkirchenrat geförderten Stärkung des Ehrenamtes dürfen jährlich steuerfrei bis zu 500 € z.B. durch Mesnerstellvertretungen verdient werden. Dies erreiche ich natürlich lange nicht. Es sind in der Regel etwa 3 Stellvertretungen im Jahr. Hierzu erfolgte schon vor vielen Jahren eine detaillierte Einweisung. Trotzdem spielen Heizung, Licht und Mikrofon immer wieder einen Streich. Es ist unglaublich, wieviele Programme, Schalter usw. es in so einer Kirche gibt, die bedient werden müssen, damit ein Gottesdienst reibungslos verläuft.

 
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